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Mandelentzündung – Symptome, Ursachen & Behandlungsmöglichkeiten

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Sie geht mit starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden einher: die akute Mandelentzündung, auch Angina tonsillaris genannt. Sie kann generell in jedem Alter auftreten, am häufigsten trifft sie jedoch Kinder und junge Erwachsene. Dabei unterscheidet der Mediziner zwischen der akuten Mandelentzündung, die sich als eitrige und die Gaumenmandeln betreffende Infektion äußert, und der chronischen Mandelentzündung, die möglicherweise nur wenige Beschwerden mit sich bringt.

Tonsillen – Was sind das eigentlich?

Die Gaumenmandeln (Tonsillen) haben ihren Sitz beidseitig hinter dem Gaumenbogen und sind gut sichtbar, wenn der Mund weit geöffnet ist. Als Teil des lymphatischen Rachenrings sind die Tonsillen für die lokale Immunabwehr verantwortlich. Vom ersten bis zum dritten Lebensjahr nehmen die Mandeln kontinuierlich an Größe zu, bilden sich mit Beginn der Pubertät jedoch wieder zurück und haben ab diesem Moment auch keine wichtige Funktion mehr.

Charakteristische Symptome der Mandelentzündung

Sind die Mandeln erst einmal chronisch entzündet, sind sie auch in ihrer Schutzfunktion für das Immunsytem stark eingeschränkt und daher der ideale Nährboden für die Besiedelung zahlreicher Keime. Daher ist es ratsam, die wichtigsten Fakten hinsichtlich der Symptomatik zu kennen, um im Falle einer akuten Mandelentzündung schnell handeln und entsprechende Behandlungsschritte einleiten zu können.

Akute Mandelentzündung

Charakteristische Symptome der Angina tonsillaris sind plötzliche und starke Hals- und Schluckbeschwerden, die bis in die Ohren ausstrahlen können. Die geschwollenen und geröteten Gaumenmandeln weisen typische eitrige Stippchen auf, Mundgeruch ist die Folge. Den Patienten plagen außerdem Fieber, Kopfschmerzen sowie eine allgemeine Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit.

Chronische Mandelentzündung

Verläuft die Mandelentzündung infolge mehrerer akuter Entzündungen der Gaumenmandeln chronisch, sammeln sich die Bakterien in den Mandelgrübchen an. Zusätzlich zum kratzenden Gefühl im Hals, dem Mundgeruch und auftretenden Schluckbeschwerden kommen nun ein allgemeines Schwächegefühl und eine vermehrte Anfälligkeit für Infekte hinzu.

Diagnoseverfahren bei einer Mandelentzündung

Aufgrund der offensichtlichen Symptomatik reicht für den behandelnden Arzt meist ein Blick in den Gaumenbereich des Patienten, um die akute Mandelentzündung zu diagnostizieren. Ein zusätzliches Abtasten der oftmals schmerzhaft geschwollenen Lymphknoten im Halsbereich erhärtet den Verdacht. Ein Abstrich des Rachens, der auf die verantwortlichen Erreger untersucht wird, bestätigt die Diagnose letztlich.

Liegt eine chronische Mandelentzündung vor, sehen die Mandeln, die nun sowohl vergrößert als auch verkleinert sein können, narbig verändert aus und offenbaren bei Druck einen eitrigen, krümeligen Inhalt.

Typischer Krankheitsverlauf

Liegt eine akute Mandelentzündung vor und diese wird nicht behandelt, können sich die ohnehin geschwollenen Mandeln stark vergrößern und zu Atemnot führen. Besonders bei den schon im gesunden Zustand größeren Gaumenmandeln bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass die entzündeten Mandeln den Hals nicht blockieren.

Die chronische Mandelentzündung dagegen bleibt dauerhaft bestehen, falls die Mandeln nicht chirurgisch entfernt werden, und der Körper ist durch die eingeschränkte Immunabwehr permanent einer Infektion ausgesetzt.

Welche Ursachen führen zu einer Mandelentzündung?

In den meisten Fällen wird die akute Angina tonsillaris durch Bakterien ausgelöst, als Haupterreger gelten hier die Streptokokken. Ein ingesamt schlechter Allgemeinzustand und eine geschwächte Immunabwehr begünstigen das Entstehen der Mandelentzündung. Die bei einer ursprünglich harmlosen Erkältung angegriffene Rachenschleimhaut ist geradezu eine Einladung für Streptokokken, sich dort anzusiedeln. Aber auch Scharlach, Diphtherie oder Pfeiffersches Drüsenfieber können eine Mandelentzündung hervorrufen.

Die Ursachen der chronischen Mandelentzündung liegen in der immer wiederkehrenden Entzündung des Mandelgewebes nach mehrfachem Auftreten einer akuten Angina tonsillaris. Abgelagerte Bakterienprodukte in den Schleimhautvertiefungen des Gewebes sorgen dort für eine dauerhafte Entzündung und zunehmende Vernarbung.

Wichtig: Die Mandelentzündung ist ansteckend und kann mittels Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Küssen übertragen werden. Die Inkubationszeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome beträgt dabei etwa 1 bis 3 Tage.

Möglichkeiten zur Behandlung

Die Behandlungsmöglichkeiten der Mandelentzündung sind zum einen von der Form der Erkrankung und zum anderen von der Stärke der Beschwerden abhängig.

Hausmittel

Den Symptomen einer leichten Mandelentzündung kann mit entzündungshemmenden und desinfizierenden Gurgelspülungen mit Kamille oder Salbei entgegengewirkt werden. Lutschtabletten zur Linderung der Halsschmerzen und fiebersenkende Wadenwickel sind ebenfalls empfehlenswerte Maßnahmen, die in Eigenregie durchgeführt werden können. Bessern sich die Beschwerden jedoch nicht innerhalb von zwei Tagen, sollte ein Hausarzt oder ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

Medikamente

Handelt es sich um eine akute Mandelentzündung, werden dem Patienten zunächst schmerz- und fiebersenkende Medikamente, die die Wirkstoffe Ibuprofen oder Paracetamol enthalten, verabreicht. Tritt die bakterielle Entzündung jedoch gehäuft auf, kommen Antibiotika, in der Regel Penicillin, zum Einsatz, um den Heilungsverlauf zu beschleunigen.

Tonsillektomie

Verläuft die Mandelentzündung bereits chronisch, besteht die Erfolg versprechende Behandlungsmethode in der operativen Entfernung der Mandeln. Die chirurgische Entfernung des Infektionsherds führt effektiv dazu, dass der Patient nicht ständig mit Krankheiten zu kämpfen und unter wiederkehrenden Mandelentzündungen zu leiden hat. (hilft auch bei Tonsillensteinen)

Grundsätzlich gilt

Unabhängig von der Art der Behandlung sollte während der Dauer einer Mandelentzündung auf Zigaretten, Pfeife & Co. verzichtet werden, um die Symptome nicht noch zu verstärken. Auch säurehaltige Fruchtsäfte und zu stark gewürzte Speisen sollten gemieden werden.

Möglichkeiten zur Vorbeugung

Das A und O beim Versuch, einer Mandelentzündung vorzubeugen, ist die aktive Stärkung des Immunsystems durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung und die regelmäßige Bewegung (an der frischen Luft). Zudem sollten insbesondere die Stoffe gemieden werden, die die Schleimhäute reizen können: Zigarettenrauch, Alkohol und Staub. Auch leichte Halsschmerzen und Erkältungssymptome sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da hier in den meisten Fällen bereits eine Entzündung im Hals- und Rachenraum vorliegt und die Schleimhaut in ihrer Schutzfunktion gegen die Krankheitserreger beeinträchtigt ist.

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